Ein anstrengendes Wochenende liegt hinter der zweiten Zschopauer Herrenmannschaft. Und doch wurde es am Ende eines, das in Erinnerung bleibt.
Während der VC Zschopau II am Samstag noch im Abstiegskampf gegen die LE Volleys und SV Motor Mickten gefordert war, wartete am Sonntag bereits das nächste Highlight: die Sachsenmeisterschaft Ü35 in der Schlossarena Auerbach. Dabei standen die Vorzeichen zunächst alles andere als optimal.
Aus der ersten Mannschaft fielen die beiden Routiniers Florian Haase und Rico Knöbel kurzfristig verletzungsbedingt aus. Kurzerhand verstärkte man sich mit Sascha Singer vom VSV Eintracht Reichenbach, Jürgen Hanitzsch vom VSV Oelsnitz sowie Thilo Schmalfuß vom Chemnitzer WSV.
Insgesamt gingen sechs Mannschaften an den Start: VFL Pirna Copitz, SV Motor Mickten, SV Kreuzschule Dresden, SSV St. Egidien, VSV Fortuna Göltzschtal sowie die Titelverteidiger vom VC Zschopau. Gespielt wurde zunächst in zwei Dreiergruppen mit jeweils zwei Sätzen pro Begegnung. Die beiden Gruppenersten zogen in eine finale Vierergruppe ein, in der ebenfalls über je zwei Sätze der Sachsenmeister 2026 ausgespielt wurde.
Bereits um 9 Uhr stand der VC Zschopau dem ersten Gruppengegner SV Motor Mickten gegenüber. Natürlich wollte man sich für die knappe 2:3-Niederlage vom Vortag revanchieren. Und das gelang eindrucksvoll. Zschopau legte los wie die Feuerwehr und gewann beide Sätze deutlich. Kaum Eigenfehler, ein überragendes Aufschlag-Annahme-Spiel und spürbares Selbstverständnis auf dem Feld führten zu einem verdienten 2:0-Sieg.
Im zweiten Spiel gegen die Kreuzschule Dresden war davon zunächst wenig zu sehen. Eine schwächere Annahme und unnötige Angriffsfehler bescherten den Zschopauer Oldies den Satzverlust. Doch Spielertrainer Andreas Richter fand, wie schon so oft, genau die richtigen Worte. Mit den passenden Hinweisen lief es im zweiten Satz wieder wie am Schnürchen. Mit drei gewonnenen Sätzen aus zwei Gruppenspielen zog Zschopau am Ende verdient als Gruppenerster in die Endrunde ein.
Im Highlight des Tages wartete der VFL Pirna Copitz, gespickt mit einigen ehemaligen Bundesliga-Akteuren. Es entwickelte sich ein hochklassiges Spiel auf Augenhöhe, geprägt von spektakulären Ballwechseln und starker Abwehrarbeit auf beiden Seiten. Im ersten Satz erarbeitete sich Zschopau eine 23:21-Führung. Doch anstatt den Sack zuzumachen, wurden kleine Abstimmungsfehler kompromisslos bestraft. Der Satz ging unglücklich mit 23:25 verloren. Auch im zweiten Satz sah es beim Stand von 10:15 so aus, als würde der Traum vom erneuten Titel in weite Ferne rücken. Doch in der Auszeit war man sich einig: Mit 120 % geht noch was! Taktisch kluge Aufschläge, unermüdlicher Einsatz in allen Spielelementen und Punkt für Punkt schmolz der Vorsprung der Pirnaer dahin. Zschopau drehte den Satz und gewann hochverdient mit 25:21.
Im letzten Spiel des Tages gegen den SSV St. Egidien mobilisierten die Zschopauer noch einmal alle Kräfte. Der erste Satz wurde souverän mit 25:16 gewonnen. Doch wer dachte, damit wäre alles entschieden, sollte sich täuschen: Im zweiten Durchgang wurde es noch einmal richtig eng. Eine 17:12-Führung wurde leichtfertig verspielt und der Turniersieg war kurzzeitig in Gefahr. Doch genau in solchen Momenten zeigte sich: Mit dem Alter wächst auch die Erfahrung und Routine. Zschopau blieb ruhig, setzte die entscheidenden Aktionen, und gewann auch den letzten Satz des Tages mit 25:23.
Damit war es geschafft: Der VC Zschopau Ü35 ist zum vierten Mal Sachsenmeister! Platz zwei ging an den SSV St. Egidien, Platz drei belegte der VFL Pirna Copitz. Mit dem Erfolg haben sich Zschopau und St. Egidien für die Regionalmeisterschaft qualifiziert, die voraussichtlich am 15.03.2026 stattfinden wird.
Für den VC Zschopau spielten: Stefan Timm, Andreas Richter, Robert Freitag, Belmin Smailbegovic, Thilo Schmalfuß, Sascha Singer, Jürgen Hanitzsch, Kay Trautvetter und Michael Böttiger.






